So investiert Österreich in die Zukunft

Wie zuversichtlich blicken wir in die Zukunft? Und bleibt uns angesichts steigender Lebenshaltungskosten noch Geld für die Vorsorge übrig?
Dagmar Gordon
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So investiert Österreich in die Zukunft
© Mathias Mühlhofer
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So investiert Österreich in die Zukunft
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So investiert Österreich in die Zukunft
So investiert Österreich in die Zukunft

Eine aktuelle Integral-Erhebung im Auftrag der IMMOBILIENRENDITE AG zeigt, wie die Bevölkerung ihre finanzielle Situation einschätzt, welche Rolle Vorsorge spielt und wo sich die Anlagegewohnheiten von Frauen und Männern unterscheiden. Dafür wurden im September 1.000 Menschen im Land online befragt.

Grundsätzlich möchten fast alle Österreicherinnen und Österreicher vorsorgen. Nur für 5 % sind Investments kein Thema, in Oberösterreich und Salzburg sogar für 10 %. Andere setzen auf das Glück. 14 % der Befragten geben an, dass ihre Zukunftsvorsorge Lottospielen sei.

Ein Viertel in Finanznöten

Doch für viele Österreicherinnen und Österreicher ist die Landung in der Realität hart. Ende Oktober ist zwar Weltspartag, aber sie haben kein Geld, um es zwecks Veranlagung auf die Bank zu tragen. 19 % halten Erspartes bewusst zurück. Und ebenso viele können aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht vorsorgen, denn sie kommen monatlich kaum über die Runden.

13 % haben kein Geld angespart bzw. investiert. Und immerhin 6 % der Befragten leben bereits teilweise von ihren Ersparnissen, besonders in Niederösterreich und dem Burgenland. Damit befinden sich bereits 25 % in finanzieller Schieflage.

Hilf dir selbst

Bei finanziellen Engpässen würden die meisten Österreicherinnen und Österreicher zuerst Ausgaben reduzieren (37 %), vor allem Ältere. 21 % würden auf die Vorsorge bzw. Erspartes zurückgreifen, besonders Männer und Ältere. 18 % hoffen im Notfall auf ihre Eltern, vor allem Menschen mit Matura- oder Uniabschluss und Jüngere. 10 % klopfen bei knappen Finanzen bei der Bank an. Und 7 % bei ihrem Partner oder ihrer Partnerin, besonders häufig Frauen.

Der Westen liebt das Sparbuch

Auf der anderen Seite sparen oder investieren 51 % trotz Krise, darunter sogar 12 % mehr als früher. Vor allem unter 30-Jährige, Personen mit höherer Bildung sowie in Tirol und Vorarlberg. Das Sparbuch ist die am häufigsten genutzte Anlageform (50 %). Besonders beliebt ist es im höheren Alter und in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Je westlicher das Bundesland, desto beliebter ist es.

Dahinter folgt der Bausparvertrag, den fast jede/r Dritte (30 %) besitzt. 22 % besitzen sogar Sparbuch und Bausparer. 60 % eines davon oder beides.

ETFs & Kryptos sind männlich

Ebenfalls 30 % investieren in Aktien, Fonds oder eine fondsgebundene Lebensversicherung, besonders Menschen mit höherer Bildung. 16 % setzten auf ETFs bzw. einen ETF-Sparplan, vor allem Jüngere und mit Matura- oder Uniabschluss. Und 9 % vertrauen Kryptowährungen wie Bitcoins. Männer veranlagen ihr Geld häufiger abseits des Sparbuchs als Frauen. Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei ETFs (25 % vs. 7 %) und Kryptowährung (16 % vs. 3%).

Eigentum bleibt Mangelware

Nur 27 % haben in eine eigene Wohnung bzw. ihr eigenes Haus investiert, besonders Ältere, höher Gebildete und Menschen in Tirol sowie Vorarlberg. Lediglich 5 % haben eine Vorsorgewohnung oder vermietete Immobilie, vor allem Menschen mit Matura- oder Uniabschluss und in Tirol sowie Vorarlberg. Und 4 % bauen auf Immobilienfonds oder -Aktien, besonders in Wien.

 Markus Augenhammer ist Vorstand der IMMOBILIENRENDITE AG und kennt als Profi-Makler den Wert von Immo-Investments. „Menschen mit Eigentum sind abgesichert und unabhängig. Doch die Politik tut weiterhin nichts, um die Quote für Immobilienbesitz zu erhöhen. Durch die hohe Besteuerung quer durch den Mittelstand und strenge Kreditregeln erschwert sie die Schaffung von Letzterem sogar.“

Falsche Politik & Zukunftsangst

Das sehen auch die Befragen so. Schuld am mangelnden Immo-Investment ist die Politik, sagen 38 %, weil Letztere die Teuerung nicht in den Griff bekommt. 35 % sehen Zukunftsangst als Immo-Investment-Verhinderer. Für 33 % sind die Baukosten zu hoch. Doch Verursacher seien auch Banken (28 %), ausländische Investoren, die uns etwas wegschnappen (19 %), strenge EU-Regeln wie Basel III (11 %) und die FMA (10 %).

Männer können sich Vorsorge leisten

26 % der Männer geben indes an, bereits vorgesorgt zu haben und sich in Krisenzeiten selbst helfen zu können, aber nur 16 % der Frauen. Petra Starecek, Studienleiterin von Integral. „Wie auch diese Studie wieder zeigt, befinden sich vor allem Frauen weiterhin in finanzieller Abhängigkeit.“

Ende der Krise?

Bereits ein Viertel der Befragten beurteilt die aktuelle Situation weniger kritisch und meint, die Kauf-Flaute sei vorbei und Eigentum wieder attraktiv. Zumindest für die, die es sich leisten können, folgert Mathias Mühlhofer, Vorstand der IMMOBILIENRENDITE AG. „Als Optimist sehe ich angesichts der 25 % Hoffnungsvollen erste Zeichen des Aufschwungs am Horizont. Das bestätigt sich auch in unserem Daily Business. Die Krise ist zwar noch nicht ganz überwunden, aber es geht endlich wieder aufwärts.“

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