Wiener Büromarkt mit schwacher Performance

Vermietungsleistung im Q2 mit 16.140 m2 deutlich unter den Erwartungen
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Crow Anthony, Otto Immobilien
Crow Anthony, Otto Immobilien
© Chrisitan Steinbrenner

Das Researchteam von OTTO Immobilien verzeichnet im zweiten Quartal 2026 eine deutlich unter den Erwartungen liegende Vermietungsleistung im Wiener Büro- und Gewerbemarkt. Die aktuellen Zahlen zwingen zur Revision der Jahresprognose — wenngleich einzelne Submärkte erste Erholungszeichen senden.

Mit 16.140 m² Vermietungsleistung im zweiten Quartal 2026 blieb der VRF-Markt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 45 Prozent; verglichen mit Q1 2026 brach die Leistung sogar um 67 Prozent ein. Als zentralen Treiber dieser Schwäche nennt OTTO Immobilien die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit: „Viele Unternehmen zögern in der nach wie vor unsicheren wirtschaftlichen Lage ihre Standortentscheidungen hinaus.“

Angesichts des schwachen Quartalswertes setzt das Researchteam die Prognose für das Gesamtjahr 2026 auf rund 120.000 m² herab. Für die zweite Jahreshälfte geht OTTO Immobilien von einer „durchschnittlichen Marktdynamik“ aus — eine Erholung auf das ursprünglich erwartete Niveau bleibt damit außer Reichweite.

Positiv hervorzuheben ist, dass seit Anfang des Jahres wieder signifikante Vorvermietungen in Neubauprojekten der Submärkte Erdberg und CBD verzeichnet werden konnten.

"Mit 64.843 m² liegt die Vermietungsleistung im ersten Halbjahr 2026 um +2 % über dem Vorjahreswert und damit trotz des schwächeren zweiten Quartals noch auf solidem Niveau. Ausschlaggebend dafür war der starke Jahresauftakt im ersten Quartal, der das zweite Quartal deutlich ausgleichen konnte."
—— Martin Denner, Abteilungsleiter Research bei OTTO Immobilien
"Solange sich die geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht nachhaltig stabilisieren, erwarten wir für den Wiener Büromarkt bis zum Jahresende eine verhaltene Entwicklung. Gleichzeitig besteht eine gewisse Diskrepanz zwischen dem aktuell verfügbaren Flächenangebot und den Anforderungen der Nutzer, insbesondere hinsichtlich Lage und Qualität – zudem ist das Mietpreisniveau vieler angebotener Flächen im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen."
—Prokurist, Abteilungsleiter Immobilienvermarktung Gewerbe