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Wiener Wohnungsmarkt: Knappes Angebot treibt Preise weiter an

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen auf dem Niveau von 2022 und nähert sich den Rekordwerten von 2021
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Wiener Wohnungsmarkt: Knappes Angebot treibt Preise weiter an
© EHL Immobilien

Der Wiener Wohnungsmarkt bleibt im dritten Quartal 2026 angespannt. Hohe Energiepreise, steigende Zinsen und ein historisch niedriger Wohnungsneubau treffen auf eine wieder anziehende Nachfrage. Besonders Eigentumswohnungen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Steigende Energie- und Finanzierungskosten bremsen die Bautätigkeit. Die EZB erhöhte im September 2026 die Zinsen um weitere 25 Basispunkte. Für 2026 erwartet EHL insgesamt 8.280 fertiggestellte Wohnungen in Wien. Besonders knapp wird das Angebot im freifinanzierten Mietwohnungsbau: Für 2027 werden nur rund 1.000 Fertigstellungen prognostiziert.

Auch der geförderte Wohnbau kann die Lücke aufgrund begrenzter öffentlicher Mittel nicht schließen. Die Neubautätigkeit konzentriert sich vor allem auf die Stadtentwicklungsgebiete im 21., 22., 10. und 23. Bezirk. Eine spürbare Entlastung des Wohnungsangebots wird frühestens ab 2030 erwartet.

"Spürbare Entlastung beim Angebot ist frühestens ab 2030 zu erwarten. Bis dahin ist mit einer stärkeren Preisdynamik zu rechnen."
—Karina Schunker, EHL Immobilien

Nachfrage nach Eigentumswohnungen steigt

Seit September nehmen Anfragen und Kaufabschlüsse wieder deutlich zu. Das Transaktionsgeschehen der ersten drei Quartale 2026 erreichte bereits das Niveau von 2022 und nähert sich den Rekordwerten von 2021.

Hohe Mieten und das knappe Angebot an Mietwohnungen bewegen immer mehr Wohnungssuchende dazu, den Kauf einer Eigentumswohnung als Alternative zu prüfen. Besonders gefragt sind fertiggestellte Wohnungen und Projekte in fortgeschrittener Bauphase. Bei frühen Planungsprojekten bleibt die Nachfrage hingegen zurückhaltend.

Miet- und Kaufpreise steigen weiter

Die Mietpreise legten im dritten Quartal weiter zu, wenngleich sich die Dynamik etwas abschwächte. In guten Wohnlagen liegen die durchschnittlichen Quadratmetermieten bei Neubauwohnungen zwischen 16,00 und 18,50 Euro, im Bestand zwischen 13,50 und 15,50 Euro. In durchschnittlichen Lagen und Stadtentwicklungsgebieten kosten Neubauwohnungen 14,00 bis 16,50 Euro, ältere Bestandsobjekte 11,50 bis 13,00 Euro pro Quadratmeter.

Im Eigentumssegment fiel der Preisanstieg moderater aus. Neubauwohnungen in Stadtentwicklungsgebieten verteuerten sich im Jahresvergleich um 2,2 Prozent auf 5.500 bis 6.200 Euro pro Quadratmeter. In guten bis sehr guten Zentrums- und Grünlagen sowie etablierten Wohngebieten außerhalb des Gürtels stiegen die Preise um 3,4 Prozent auf 7.500 bis 11.000 Euro pro Quadratmeter.

Ausblick: Weiterer Preisdruck erwartet

Für 2026 prognostiziert EHL einen Mietpreisanstieg von rund 7 Prozent und ein Plus von 2,8 Prozent bei den Kaufpreisen. 2027 könnten die Mieten um weitere 6 Prozent, die Eigentumspreise um 3,5 Prozent steigen.

Auch Vorsorgewohnungen bleiben aufgrund gestiegener Mietrenditen und des geringen Leerstandsrisikos für private Anleger interessant. Angesichts der niedrigen Neubautätigkeit und steigender Baukosten dürfte sich die Angebotsknappheit weiter verschärfen. Käufer und Mieter müssen sich daher auf ein weiterhin angespanntes Marktumfeld einstellen.

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