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Die Nachfrage nach Krediten bleibt in Österreich auf Wachstumskurs. Das zeigt die aktuelle Umfrage der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zum Kreditgeschäft, die von Mitte September bis Anfang Oktober 2026 unter den größten heimischen Banken durchgeführt wurde. Im dritten Quartal 2026 hielt sich die Nachfrage – sowohl bei Unternehmenskrediten als auch bei Wohnbaukrediten – weitgehend stabil. Für das vierte Quartal 2026 erwarten die befragten Banken aber in beiden Bereichen wieder einen Anstieg.
Unternehmenskredite: Erholung setzt sich fort
Die Kreditnachfrage der Unternehmen bewegte sich im dritten Quartal 2026 auf dem Niveau des Vorquartals. Dennoch blicken die Banken optimistisch nach vorne: Für das vierte Quartal 2026 rechnen sie mit einer steigenden Nachfrage. Damit würde sich eine Erholung fortsetzen, die seit Mitte 2025 läuft, zuletzt aber etwas an Schwung verloren hatte. Auf der Angebotsseite blieb es ruhig – die Banken meldeten unveränderte Vergabestandards und kaum Änderungen bei den Kreditkonditionen im Vergleich zum zweiten Quartal 2026.
Wohnbaukredite: Wettbewerb drückt die Margen
Auch die Nachfrage privater Haushalte nach Wohnbaukrediten blieb im dritten Quartal 2026 stabil. Für das vierte Quartal erwarten die Banken einen leichten Anstieg – und damit eine Fortsetzung des Wachstumstrends, der sich seit Anfang 2024 abzeichnet. Auf der Angebotsseite senkten die Banken ihre Gewinnspannen bei Wohnbaukrediten leicht. Als Hauptgrund nannten sie den Wettbewerb: „Der Wettbewerb am Wohnbaukreditmarkt bereits seit Mitte 2023 zunehmend intensiver geworden ist und zu tendenziell sinkenden Margen geführt hat“, heißt es in den Umfrageergebnissen.
KI beeinflusst das Kreditgeschäft bisher kaum
Erstmals befragte die OeNB die Banken auch dazu, wie sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen – nicht in den Banken selbst – auf das Kreditgeschäft auswirkt. Das Ergebnis ist eindeutig: „Weder die Kreditnachfrage der Unternehmen noch Kreditrichtlinien und Kreditbedingungen bisher von KI-Aktivitäten der Unternehmen beeinflusst wurden“. Auch für die nahe Zukunft sehen die Banken noch keine wesentlichen Auswirkungen. Gleichzeitig betonten sie aber, dass KI für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Digitale Vermögenswerte: Noch kein großer Einfluss – aber die Banken beobachten genau
Neu in der aktuellen Umfrage ist auch ein jährlicher Fragenblock zu digitalen Vermögenswerten wie Bitcoin oder Stablecoins. Für die vergangenen zwölf Monate meldeten die Banken keine nennenswerten Auswirkungen auf ihre Finanzlage oder ihre Kreditvergabe. In den nächsten zwölf Monaten könnten sich aber begrenzte Effekte zeigen: „Die Refinanzierung über Bankeinlagen von Unternehmen und privaten Haushalten könnte negativ betroffen sein, weil digitale Vermögenswerte eine Alternative bzw. Konkurrenz zu Bankeinlagen sind.“ Auch leicht nachteilige Effekte auf die Liquidität der Banken sind laut Umfrage denkbar. Auf der positiven Seite erwarten die Banken Impulse für ihre eigene Digitalisierung.
Die OeNB führt die Umfrage zum Kreditgeschäft gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und den anderen Zentralbanken des Euroraums seit Anfang 2003 viermal jährlich durch. Dabei nehmen rund 160 führende Banken aus dem gesamten Euroraum teil, darunter acht Institute aus Österreich. Ausführliche Ergebnisse veröffentlicht die OeNB in ihrer Publikationsreihe „OeNB Report“ sowie auf ihrer Website.
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