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Wie viel Energie lässt sich einsparen, ohne eine Heizanlage auszutauschen oder den Wohnkomfort zu beeinträchtigen? Eine Antwort darauf präsentierten Wohnio und die gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft BWSG vergangene Woche bei einem Vor-Ort-Termin in der Kundratstraße 8–14 in Wien. BWSG-Vorständin Kerstin Robausch-Löffelmann, Wohnio-Gründer und Geschäftsführer Kevin Bauer-Hentschke sowie Wohnio-Geschäftsführer Gabriel Brandstetter konnten Staatssekretärin Zehetner direkt vor Ort von der Technologie und ihren Ergebnissen überzeugen.
„Was hier im Heizungskeller passiert, zeigt sehr konkret, was Digitalisierung leisten kann. Wenn wir mit intelligenter Steuerung Energie sparen und gleichzeitig die laufenden Kosten für die Menschen senken können, dann ist das genau die Art von Innovation, die wir brauchen. Und wenn etablierte Unternehmen wie die BWSG dabei mit Start-ups zusammenarbeiten, profitieren gleich mehrere Seiten: die Bewohnerinnen und Bewohner, innovative Unternehmen und am Ende auch der Wirtschaftsstandort Österreich. Entscheidend ist, dass gute Lösungen nicht in der Schublade bleiben, sondern in die breite Anwendung kommen“, sagt Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.
21,2 Prozent weniger Heizverbrauch in der Kundratstraße
Die Wohnanlage Kundratstraße 8–14 mit 307 Wohnungen hat rund 29.800 Quadratmeter Wohnfläche. Dort konnte der Heizverbrauch durch die Optimierung mit Wohnio um 21,2 Prozent reduziert werden. Das jährliche Einsparpotenzial liegt bei rund 56.600 Euro. Davon werden rund 39.900 Euro bereits durch den reduzierten Heizenergieverbrauch eingespart; weitere rund 16.700 Euro pro Jahr an Einsparungen sind möglich, weil die Fernwärme-Anschlussleistung reduziert werden konnte. Die Amortisationszeit liegt bei weniger als einem Jahr.
Für BWSG-Vorständin Robausch-Löffelmann ist das Ergebnis ein klarer Beleg für den praktischen Nutzen der Lösung: „Wir sehen in unseren Gebäuden sehr deutlich, dass die Technologie von Wohnio funktioniert. Die Ergebnisse sprechen für sich: Wir reduzieren den Energieverbrauch und senken die laufenden Kosten. Die datenbasierte Steuerung schafft zudem mehr Transparenz für die Hausverwaltung und hilft, Fehlfunktionen frühzeitig zu erkennen. Deshalb wollen wir diesen Weg konsequent weitergehen und die Wohnio-Lösung schrittweise auf unseren gesamten Bestand mit Zentralheizungen ausrollen.“
Bereits sechs Gebäude der BWSG wurden mit Wohnio optimiert, weitere sollen schrittweise folgen. Der Heizverbrauch sinkt laut den vorliegenden Projektergebnissen durchschnittlich um 15 bis 30 Prozent, bei einer Amortisation von unter drei Jahren. Bei ausgewählten Objekten kann zusätzlich die Fernwärme-Anschlussleistung um rund 25 Prozent reduziert werden.
Digitale Optimierung statt teurer Sanierung
Wohnio bildet bestehende Heizungsanlagen digital ab, liest sie in Echtzeit aus und optimiert die Heizungs-steuerung auf Basis von Nutzungs- und Wetterdaten. Eine KI überwacht den Betrieb laufend und erkennt Abweichungen frühzeitig. Dadurch sollen Energieverbrauch, Heizkosten, CO₂-Emissionen und Anschluss-leistung sinken – ohne Anlagentausch und ohne Komfortverlust für die Mieter.
„Unser Ansatz ist bewusst pragmatisch: Wir müssen nicht jedes Gebäude aufwendig umbauen, um Energie einzusparen. Wir holen aus der bestehenden Infrastruktur mehr heraus, indem wir sie datenbasiert und intelligent steuern. Dass die BWSG nach den ersten Projekten nun den Roll-out auf den gesamten Bestand anstrebt, bestätigt uns darin, dass wir mit unserem Ansatz genau ein relevantes Problem der Wohnungswirtschaft lösen: mit digitaler Optimierung statt kostenintensiver Eingriffe“, erklärt Kevin Bauer-Hentschke.
Die Dimension des Potenzials zeigt sich auch über die einzelnen Gebäude hinaus: In der Heizperiode 2025/26 wurden mit Wohnio bereits 4.000 Wohnungen optimiert, mehr als 600.000 Euro Heizkosten eingespart, 780 Tonnen CO₂ vermieden und der Energieverbrauch durchschnittlich um 18,8 Prozent reduziert.
„Leistbares Wohnen endet nicht bei der Miete. Auch die laufenden Energiekosten sind für unsere Bewohnerinnen und Bewohner entscheidend. Wenn wir durch eine bessere Steuerung der bestehenden Heizungsanlagen Kosten reduzieren und gleichzeitig Energie sparen können, ist das ein konkreter Mehrwert – für die Menschen in unseren Wohnungen und für den Gebäudebestand insgesamt“, so Kerstin Robausch-Löffelmann abschließend.
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