Campus Infanteriestraße: Allgemeine SÜDBODEN vermietet historische Fläche an Enovato
Das Unternehmen hat auf dem Campus seinen neuen Hauptsitz bezogen
Mit mehr als 60.000 Quadratmetern fertiggestellter Bürofläche markierte das Jahr 2025 einen historischen Höchstwert für den Linzer Büromarkt. Seither läuft der Vermietungsmarathon — denn das außergewöhnlich hohe Angebot übersteigt die kurzfristige Aufnahmefähigkeit des regionalen Marktes. Ein Teil der neuen Flächen steht weiterhin zur Verfügung. Gleichzeitig zeichnet sich für die Jahre 2026 und 2027 ein markanter Rückgang der Neubautätigkeit ab, der die Marktlage mittelfristig neu justieren dürfte.
Wirtschaftliche Unsicherheit bremst Absorption
„Linz verfügt heute über ein deutlich breiteres und moderneres Büroangebot als noch vor wenigen Jahren. So viel Fläche kann ein regionaler Markt aber nicht kurzfristig aufnehmen. Jetzt geht es darum, die neuen Kapazitäten schrittweise zu vermieten.“—Christoph Oßberger, Standortleiter Westösterreich bei CBRE
Die Absorption verlangsamt sich zusätzlich durch anhaltende wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit. Unternehmen prüfen Expansionen und Standortwechsel genauer oder verschieben Entscheidungen — mit spürbaren Auswirkungen insbesondere auf die Vermarktung größerer Flächen.
„Darüber hinaus achten Unternehmen verstärkt auf effiziente Grundrisse, gute öffentliche Erreichbarkeit und niedrige Betriebskosten. Bei diesen Kriterien hat der Linzer Büromarkt durch die neuen Projekte qualitativ deutlich gewonnen.“—Christoph Oßberger
Neubautätigkeit bricht 2026 und 2027 ein
Nach dem Rekordvolumen 2025 fällt die Fertigstellungsleistung deutlich zurück. Laut aktuellem Büromarktbericht von CBRE kommen 2026 rund 5.300 Quadratmeter Bürofläche auf den Markt — darunter die SoLofts im Sonnenstein-Ensemble auf dem ehemaligen Ringbrotwerke-Areal. Für 2027 sind derzeit keine weiteren Bürofertigstellungen vorgesehen. Auch der auf dem ehemaligen Nestlé-Areal geplante Trinity Park wird voraussichtlich kurz- bis mittelfristig nicht realisiert.
Damit verändert sich die Angebotsdynamik rasch: Während aktuell noch größere moderne Flächen verfügbar sind, kommt in den nächsten Jahren kaum neues Angebot hinzu. Zieht die Nachfrage wieder an, reduziert sich die Auswahl an hochwertigen Büroflächen entsprechend.
Mietpreisniveau steigt mit Qualität
Das gestiegene Qualitätsniveau schlägt sich bei den Mieten nieder. Die Bandbreite der Durchschnittsmieten liegt aktuell zwischen 13 und 15 Euro pro Quadratmeter und Monat, die Spitzenmiete beträgt 16,50 Euro. In modernen Projekten wie dem Quadrill werden für erstklassige Büroflächen bis zu 20 Euro pro Quadratmeter und Monat aufgerufen. Das derzeit begrenzte Nachfragevolumen verhindert allerdings einen stärkeren Anstieg des allgemeinen Mietniveaus.
Linz führt bei Zertifizierungsquote
Rund 79 Prozent der zwischen 2020 und 2028 in Linz neu errichteten oder generalsanierten Büroflächen sind zertifiziert beziehungsweise vorzertifiziert. Unter den von CBRE untersuchten Büromärkten Wien, Linz, Graz und Salzburg weist Linz damit die höchste Zertifizierungsquote auf. Zu den zertifizierten Projekten zählen die Dynatrace-Erweiterung, das Hafenportal und die Techbase Linz. Energieeffizienz, Betriebskosten und die technische Gebäudequalität entwickeln sich sowohl für Nutzer als auch für Investoren zu entscheidenden Selektionskriterien.
Hafenportal-Transaktion setzt Investmentsignal
Im ersten Quartal 2026 erwarb die Adal Holding AG einen Mehrheitsanteil am Hafenportal — eine der bedeutendsten Bürotransaktionen außerhalb Wiens. Größter Mieter ist Apple, das hier sein österreichisches Headquarter betreibt und rund 70 Prozent der Fläche langfristig angemietet hat.
„Internationale Investoren suchen stabile Cashflows und langfristige Planungssicherheit. Ein bonitätsstarker Ankermieter mit langfristigem Vertrag macht entsprechende Objekte auch in den Regionalmärkten zu attraktiven Investitionsmöglichkeiten.“—Manuel Bugl, Head of Capital Markets bei CBRE Österreich
Der Linzer Büromarkt steht damit an einem strukturellen Wendepunkt: Das Angebot an modernen, zertifizierten Flächen ist heute breiter als je zuvor — doch die Absorptionsgeschwindigkeit bleibt vorerst gedämpft. Sobald die Nachfrage wieder anzieht, dürfte das ab 2026 ausbleibende Neubauvolumen den Spielraum für Mieter spürbar einengen.
Das Unternehmen hat auf dem Campus seinen neuen Hauptsitz bezogen
CLS veräußert 13.116 Quadratmeter Mietfläche sowie 164 Stellplätze in der Fangdieckstraße in Hamburg
Neue Büroprojekte im Ausmaß von rund 20.000 m² bis Ende 2027 - Spitzenmiete stabil bei 16,50 Euro pro m²